Mit der Verabschiedung des entsprechenden Beschlusses und des Entwurfs der Vereinbarung mit der Gemeinde Algund hat die Meraner Stadtregierung heute offiziell das Planungsverfahren eingeleitet, das - wie vom Landesgesetz Nr. 9/2018 vorgesehen - zur Erstellung des Gemeindeentwicklungsprogramms für Raum und Landschaft (GProRL) führen wird.
Bürgermeisterin Katharina Zeller: "Die Gemeinde Meran wird Teile des Entwicklungsprogramms in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Algund ausarbeiten."„Das GProRL“, erklärte Bürgermeisterin Katharina Zeller heute auf der Pressekonferenz des Ausschusses, „stellt das strategische Instrument für die langfristige Planung der Gemeinde dar und wird in Übereinstimmung mit den von der Landesregierung genehmigten technischen Leitlinien ausgearbeitet. Das Programm hat eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren, wie in der Landesgesetzgebung festgelegt, und bildet den Bezugsrahmen für die räumliche, städtebauliche, ökologische, sozioökonomische und infrastrukturelle Entwicklung der Stadt.“
Mit der Ausarbeitung des GProRL beabsichtigt die Gemeinde Meran, eine Reihe von strategischen Zielen zu verfolgen, darunter:
- den Schutz und die gezielte Aufwertung der Landschaft sowie ihrer natürlichen und kulturellen Bestandteile;
- die Eindämmung der Zersiedelung und eine sparsame und verantwortungsvolle Bodennutzung;
- eine klimaresiliente Stadtentwicklung mit besonderem Augenmerk auf das Konzept der „Schwammstadt“;
- den Schutz und die Stärkung einer durchgehenden, vernetzten und in allen Stadtvierteln zugänglichen grünen Infrastruktur;
- die Festlegung klarer städtebaulicher Leitlinien für die Entwicklung neuer Gebäude und städtischer Bereiche;
- die Ausarbeitung eines langfristigen Entwicklungsprogramms für die ehemaligen Kasernenareale, das flexibel und auf die Bedürfnisse künftiger Generationen ausgerichtet ist;
- die Umnutzung stillgelegter Produktionsflächen zur Schaffung von erschwinglichem und hochwertigem Wohnraum mit innovativen Wohnformen und gemischt genutzten Stadtvierteln;
- die Umsetzung des Modells der „15-Minuten-Stadt“, das auf kurzen Wegen sowie auf nachhaltiger und inklusiver Mobilität basiert;
- die Stärkung der sozialen Infrastruktur, der Bildungs- und Betreuungsangebote;
- eine inklusive Stadtplanung, die auf Geschlechtergerechtigkeit und unterschiedliche Lebensbedingungen achtet;
- die Verbesserung der Sicherheit und Qualität öffentlicher Räume sowie deren uneingeschränkte Zugänglichkeit;
- die aktive Einbindung der Bürger*innen in Planungs- und Entscheidungsprozesse;
- ein starkes Verantwortungsbewusstsein gegenüber künftigen Generationen.
Interkommunale Zusammenarbeit mit Algund
„Die Gemeinde Meran“, so die Bürgermeisterin weiter, „hat beschlossen, Teile des Programms in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Algund auszuarbeiten, in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Landesgesetzgebung zur Kommunalfinanzierung, die die interkommunale Zusammenarbeit fördert“. Die wichtigsten Bereiche der Zusammenarbeit sind:
- die Ziele der territorialen und sozioökonomischen Entwicklung, mit besonderem Augenmerk auf den Wohnungsbedarf, wirtschaftliche, soziale, kulturelle, sportliche und Freizeitaktivitäten sowie auf die wesentliche Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen;
- das Konzept der Mobilität und Erreichbarkeit in einer integrierten und übergemeindlichen Perspektive;
- das Konzept der touristischen Entwicklung unter Nutzung von Synergien und Komplementaritäten zwischen den beiden Gebieten.
Das Landesamt für Gemeindeplanung hat bestätigt, dass die für diese Zusammenarbeit erforderlichen geografischen und strukturellen Voraussetzungen gegeben sind.
Die weiteren Maßnahmen
Der von der Stadtregierung verabschiedete Beschluss legt zudem fest, dass einige grundlegende Aspekte des Planungsprozesses durch separate Maßnahmen geregelt werden. Insbesondere:
- die Modalitäten des partizipativen Prozesses, der die aktive Einbindung der Bürger*innen und Interessengruppen gewährleistet;
- die Ernennung einer Lenkungsgruppe, die mit der Koordinierung der interkommunalen Zusammenarbeit beauftragt ist;
- die Genehmigung der Vereinbarung zwischen der Gemeinde Meran und der Gemeinde Algund, die dem Gemeinderat in den für den 26. und 27. Mai vorgesehenen Sitzungen zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt wird;
- die Festlegung des Umfangs und des Detaillierungsgrades der fachlichen Leistungen, die für die Ausarbeitung des GProRL erforderlich sind und von Fachleuten außerhalb der Gemeindeverwaltung erbracht werden müssen.
Für diese Leistungen werden Ausschreibungsverfahren eingeleitet, die voraussichtlich im Laufe der kommenden Sommermonate ausgeschrieben werden.
Mit diesem ersten formellen Schritt leitet die Gemeinde Meran einen Prozess der gemeinsamen strategischen Planung ein, der auf eine nachhaltige, inklusive Entwicklung mit hoher städtebaulicher und landschaftlicher Qualität ausgerichtet ist.
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