Eine Delegation der Meraner Stadtregierung mit Bürgermeisterin Katharina Zeller, den Stadträtinnen Barbara Hölzl (Mobilität, Wirtschaft und Sport) und Antonella Costanzo (Umwelt, Kultur, Schule und Jugend) sowie Stadtrat Stefan Frötscher (Soziales, Wohnen und öffentliche Bauten) hat die Technische Universität Wien besucht, um sich mit Studierenden und Fachleuten über Zukunftsperspektiven für die Stadtentwicklung auszutauschen. Im Mittelpunkt standen Arbeiten von Architektur- und Raumplanungsstudierenden, die sich mit dem Meraner Kasernenareal und dessen Entwicklungspotenzialen auseinandergesetzt haben.
Die Delegation der Meraner Stadtregierung zusammen mit Studierenden und Expert*innen der Technischen Universität Wien während des Austauschs über die Entwicklungsperspektiven des Kasernenareals und über neue Visionen einer nachhaltigen, inklusiven und lebenswerten Stadt.Die vorgestellten Projekte zeigen unterschiedliche Ansätze auf, wie bestehende Bausubstanz erhalten und gleichzeitig moderne, hochwertige und leistbare Wohn- und Lebensräume geschaffen werden können. Besonderes Augenmerk legten die Studierenden auf den Erhalt des historischen Baumbestandes, der als prägendes Element des Areals verstanden wird. Die Arbeiten verstehen sich nicht als konkrete Planungen, liefern aber wertvolle Denkanstöße und neue Blickwinkel für die Diskussion über die Zukunft eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete der Stadt.
Der Impuls für den Besuch an der TU Wien geht auf den gebürtigen Meraner Andreas Kofler zurück, Architekt, Urbanist, Autor und Professor an der École nationale supérieure d’architecture de Versailles sowie Kurator der Ausstellung „Stadtraum Meran – gestern, heute, morgen?“, die vom 24. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 im Kunsthaus Meran zu sehen sein wird. Die Ausstellung beleuchtet die Entwicklung Merans und lädt dazu ein, über zentrale Fragen der zukünftigen Stadtentwicklung und des urbanen Zusammenlebens nachzudenken. Begleitend erscheint eine Meran gewidmete Sonderausgabe der Zeitschrift Turris Babel.
Eingeladen wurde die Delegation von Univ. Prof. Michael Obrist, gebürtiger Südtiroler und einer der Gründungspartner von feld72 Architekten als auch Leiter des Forschungsbereichs Wohnbau und Entwerfen an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien.
Besonders beeindruckend war der Besuch der Sargfabrik. Auf dem Areal der ehemaligen Produktionsstätte wurde die Vision einer innovativen Wohnkultur verwirklicht. Das Projekt verbindet Wohnen mit Gemeinschaftseinrichtungen und gemeinschaftlich nutzbaren Räumen und gilt bis heute als Vorzeigeprojekt für neue Wohnformen.
Großen Eindruck hinterließ auch das Sonnwendviertel beim Wiener Hauptbahnhof. Dort wurde ein neuer, nahezu autofreier Stadtteil geschaffen, der weit mehr bietet als Wohnraum allein. Gemeinschaftsgärten, Spielplätze, Veranstaltungsräume, Co-working-Flächen, Kleingewerbe, Sport- und Freizeitangebote sowie zahlreiche Begegnungsorte schaffen ein lebendiges Umfeld und fördern das Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner.
Gemeinsam über Stadtentwicklung nachdenken
„Der Austausch mit den Studierenden, mit Professor Michael Obrist und den verschiedenen Fachleuten vor Ort war äußerst bereichernd. Gerade bei langfristigen Entwicklungsfragen ist es wichtig, in die Zukunft zu denken, neue Perspektiven kennenzulernen und Ideen zu diskutieren, die über den gewohnten Rahmen hinausgehen. In Meran stehen in den kommenden Jahren neben dem Kasernenareal weitere bedeutende Areale vor einer Neugestaltung oder befinden sich bereits im Wandel. Die vorgestellten Arbeiten und Gespräche haben gezeigt, wie wichtig es ist, Wohnen, Freiräume, Mobilität, Gemeinschaft und Lebensqualität von Anfang an gemeinsam zu denken“, betont Bürgermeisterin Katharina Zeller.
Die Stadtregierung sieht den Austausch mit Hochschulen und jungen Planerinnen und Planern als wertvolle Gelegenheit, neue Impulse für die zukünftige Entwicklung Merans zu gewinnen. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete auch Prof. Michael Obrist, der der Delegation einen tiefgehenden Einblick in die Wiener Wohnraumpolitik und die Strategien einer Stadt gab, die seit Jahrzehnten international als Vorreiterin im Bereich des leistbaren und qualitätsvollen Wohnens gilt.
Die nächsten Schritte
Geplant ist nun, einige der beteiligten Expertinnen und Experten auch nach Meran einzuladen. Ziel ist es, die Diskussion über die Zukunft der Stadt gemeinsam mit der Bevölkerung weiterzuführen, erfolgreiche Beispiele aus anderen Städten kennenzulernen und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten sich für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung eröffnen können.
Vorgesehen ist zudem, ausgewählte Arbeiten der Studierenden im Rahmen der obengenannten Ausstellung bei Kunstmeran zu präsentieren. Sie verstehen das Kasernenareal als Experimentierfeld für neue Formen des Zusammenlebens und machen sichtbar, wie Erkenntnisse aus diesem Ort Impulse für die zukünftige Entwicklung ganz Merans geben können.
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